Wissenswert: Radsport in der DDR

Radsport vor 1990

Deutschland hat im Radsport eine lange und interessante Geschichte. Tour de France, Sechs-Tage-Rennen, Weltmeisterschaften und Olympia. Bei allen Wettbewerben gab es bereits große Deutsche Siege. Im Radsport konnte man letztlich im gesamten Bereich ‚Deutschland‘ insbesondere aber in der früheren DDR punkten, da man hier ein ausgeklügeltes Stützpunktsystem und gute Trainingsbedingungen hatte.

Olympia und Tour-de-France-Sieg

Einer der letzten großen Stars der ehemaligen DDR, der seine Erfolge letztlich vor allem in der Zeit nach der Wiedervereinigung feiern konnte, war Jan Ullrich. Eine intensive Kinder- und Jugend-Sportförderung ging in der Regel den sportlichen Erfolgen der Sportler aus dem Osten Deutschlands voraus. Gezielte Trainingseinheiten, optimale Wettkampfvorbereitung und ein großer Konkurrenzkampf bereits in den eigenen Reihen waren viele Jahre lang der Garant für große Leistungen – und zwar in nahezu allen Sportarten, die man sich vorstellen kann. Auf diese Weise gelang es Ullrich, ganz oben auf dem Siegerpodest zu stehen bei den unterschiedlichsten Rennen: Olympia und Tour-de-France waren hier sicherlich aus sportlicher Sicht die Highlights seiner Karriere.

Der Profisport war eine große Domäne dort. Talentschmieden gab es vor allem in den größeren Städten. Die Kinder und Jugendlichen wurden fernab der Familien in sog. Sport-Internaten intensiv gefördert. Dadurch hatte man die Möglichkeit, die optimalen Trainingsbedingungen zu schaffen und den Stundenplan mit dem Trainingsplan optimal zu ergänzen. Das DDR-Sportsystem hatte jedoch auch vielfach mit Doping-Vorwürfen zu kämpfen. Im Radsport an sich hat man mit diesen Doping-Vorwürfen auch heute zu kämpfen. Gerade die Tour-de-France ist hier ein öffentlichkeitswirksames Problemfeld geworden, fischt man hier doch sehr häufig Radsportler aus dem Teilnehmerfeld, die mit Hilfe nicht erlaubter Aufbaupräparate agieren und siegen wollen.

Radsport im Alltag

Jedoch hat sich im Radsport im Laufe der vergangenen Jahrzehnte vieles geändert. So fahren Profi-Radrennfahrer mit speziellen Rennrädern, deren Konstruktion sowie Fahrverhalten ergonomische Aspekte berücksichtigt. Mit Hilfe dieser Hightech-Räder fahren die Profis nicht nur schneller, sondern setzen ihre Kraft wesentlich effizienter ein, so dass sie sich nicht so schnell verausgaben.

Wer in seiner Freizeit als Amateur-Radrennfahrer unterwegs ist und sogar an Amateurrennen teilnimmt, besitzt in der Regel ein gutes Rennrad, das ohne eine derartige Hightech-Ausstattung auskommt. Darüber hinaus lassen sich ebenso normale Sportrräder mit verschiedenem Zubehör ausstatten, um sie für Hobby-Radsportler straßentauglich zu machen, zum Beispiel mit einem Lenker für Rennräder oder einem Gel-Sattel.

 

Bild: panthermedia.net Ingram Vitantonio Cicorella